Ablufterhitzersysteme - für höhere Sicherheit im Produktionsprozesse

Bei der Dampfsterilisation von pharmazeutischen Gütern fallen prozessbedingt infektiöse Abluftströme an. Neben der Filtration zur Rückhaltung von Viren oder Bakterien eignet sich vor allem die kontinuierliche Nachbehandlung mittels trockener Hitze oberhalb einer Temperatur von 350 °C. Der entscheidende Vorteil dieser Methode: Einmal validiert, bietet die permanente Überwachung der kritischen Parameter einen höheren Sicherheitsstandard. Sobald prozessspezifisch festgelegte Bedingungen nicht mehr erfüllt werden, geht das System sofort in einen Sicherheitsmodus über und hält die infektiösen Abluftströme vollständig zurück.

Aufbau und Funktionsweise

Das Ablufterhitzersystem besteht aus einem Edelstahlkorpus mit entsprechenden Flanschanschlüssen. In seinem Inneren wird die einströmende kontaminierte Abluft auf definierten Strömungsbahnen über zwei elektrische Heizgruppen geführt. Diese erhitzen die Abluft auf die notwendige Behandlungstemperatur. Die Heizgruppen werden getrennt voneinander temperaturgeregelt und - überwacht. Werden die definierten Grenzwerte nicht eingehalten, geht die Anlage unmittelbar in eine Sicherheitsstellung. Die Ventile schließen sich, und ein Freiwerden verunreinigter Abluft wird verhindert.

Je nach der biologischen Gefährdung, die von den anfallenden Viren oder Bakterien ausgeht, wird das notwendige Temperaturniveau und die Verweilzeit im System festgelegt. Dabei gibt der pharmazeutische Hersteller diese kritischen Prozessparameter vor, und der Anlagenbauer setzt sie über das Anlagendesign (Verweilstrecke) und über die eingesetzte Heizleistung (Temperaturniveau) technisch um. Nach dem Dekontaminieren der Abluft wird diese über eine Kühlstrecke mit Wasser oder anderen Kühlmedien abgekühlt, und über die Vakuumpumpe sowie Abluftleitungen nach außen transportiert. Der entscheidende Vorteil dieses apparativen Aufbaus liegt in der Möglichkeit der permanenten Überwachung und Aufzeichnung der Prozessgrößen und der unmittelbar eingeleiteten Sicherheitsstellung bei auftretenden Abweichungen.

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